Skitourenreise in den Kaukasus Georgiens 

Im Winter 2020 war ich für die Bergschule Mountain Elements mit 6 Gästen für 11 Tage in Swanetien im georgischen Kaukasus. Oberswanetien ist eine noch recht ursprüngliche Region inmitten von 5000ern und 4000ern mit gerade mal 14000 Einwohnern. Die meisten Menschen leben in der „Hauptstadt“ Mestia. Der Rest der Swanen lebt in kleinen Dörfern, die mit ihren charakteristischen Wehrtürmen aus dem 11. Jahrhundert stark an das Mittelalter erinnern. Sie sprechen eine eigene Sprache, die viele Georgier aus anderen Regionen nicht verstehen. Dies überrascht aber durch die enorme Abgeschiedenheit in den tief eingeschnittenen Tälern nur wenig. Die Straßen sind teilweise abenteuerlich und teilweise dürftig befestigt. Vor allem die Route nach Ushguli, einem der absoluten Skitouren-Hotspots Georgiens, ist etwas ganz Besonderes. Aber auch die kürzeren Fahrten zu den jeweiligen Ausgangspunkten Rund um Mestia sind nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Ohne 4x4 und einem erfahrenen Offroad-Fahrer ist hier wenig zu holen. 


Wir beschränkten uns auf 2 Gebiete. Zuerst unternahmen wir Skitouren Rund um Mestia. Der beherrschende Gipfel ist hier der Ushba, ein formschöner und felsiger Doppelgipfel mit 4700m. Im Gebiet von Mestia gibt es auch zwei Freeride-Gebiete, da die georgische Regierung vor ein paar Jahren begonnen hat, die touristische Infrastruktur in Swanetien auszubauen. Direkt in Mestia befindet sich das Gebiet Hatsvali. Bei hoher Schneelage ein guter Ort zum Tree-Skiing. Wir besuchten das Gebiet Tetnuldi, welches sich 30 Fahrminuten taleinwärts befindet. Nichts als freie Hänge und bei passender Lawinensituation ein Freeride-Gebiet vom feinsten. Den Namen hat das Ski- und Freeride-Gebiet vom gleichnamigen Berg. Die über 4800m hohe Eispyramide wird von den Swanen auch die Königin des Kaukasus genannt und ist im Sommer eine begehrte Hochtour. 


Anschließend ging es nach Ushguli. Dieser Ort zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe und liegt auf über 2000m. Ein idealer Ausgangspunkt für die umliegenden Skiberge. Hier sieht man vom Fenster der Unterkunft auf die gewaltigen Eis – und Felsabbrüche des knapp 5200m hohen Shkhara.


Eine weitere Besonderheit ist der fehlende Lawinenlagebericht. Den darf man sich als Bergführer täglich selbst erstellen. Zusammen mit Kartenmaterial, welches weit von der Qualität Zuhause entfernt ist und einer nicht vorhandenen professionellen Bergrettung, ergibt sich doch ein anderer Anspruch als in den Alpen. Umsichtiges und defensives Skibergsteigen macht hier demnach Sinn. Es finden sich aber bei fast jeden Verhältnissen geeignete und erlebnisreiche Skitouren.


Um unsere Reise abzurunden nahmen wir noch die etwas längere Fahrstrecke in Georgiens Hauptstadt Tiflis auf uns. Es zeigte sich dadurch ein Land der absoluten Gegensätze: Teilweise hochmodern mit nagelneuen Skigebieten und einer nach Westen strebenden Hauptstadt Tiflis, auf der anderen Seite mittelalterliche Strukturen in den hintersten Bergtälern Swanetiens. Zusammengefasst war es eine sehr schöne Reise mit bleibenden Eindrücken und super Gästen. Vielen Dank an Mountain Elements für die reibungslose Organisation!  Georgien sieht mich sicher wieder! 


Hier noch ein paar Eindrücke: