Skitour – Östliche Karwendelspitze, 2538m

Das Karwendel ist ein erstklassiges Gebiet für Skitouren. Ein absoluter Klassiker ist die Route durch das Grabenkar auf die Östliche Karwendelspitze, dem höchsten Gipfel der Nördlichen Karwendelkette. Vom Rohntal aus gesehen, beeindruckt sie mit einer 700 Meter hohen Nordwand. Von Süden gibt sie sich zahmer und läßt sich bis zum Gipfel mit Ski besteigen. Dabei befindet man sich immer in einer wunderschönen Felslandschaft. 


Die Tour startet kurz hinter Hinterriss im ursprünglichen Risstal auf 950m. Über die bis Mai gesperrte Mautstraße geht es taleinwärts bis zum Eingang des Johannistales. Zuerst durchquert man eine Schlucht, um anschließend flach und mit vielen Streckenmetern bis zum Kleinen Ahornboden zu wandern. Die Nordabbrüche des Karwendelhauptkamms und die Birkkarspitze pfeifen hier steil in den Himmel. 


Im Anschluß folgt moderat ansteigendes Skigelände bis zum Hochalmsattel und zum Karwendelhaus. Bis hier her sind wir 850 Höhenmeter und circa 3,5 Stunden unterwegs. Da bietet sich eine Übernachtung im Winterraum an, um die Tour gemütlicher zu gestalten. Der Winterraum ist mit zwei Öfen, Sitzgelegenheiten, Lagern mit Decken und Getränken gut ausgestattet und ein Erfrischungsgetränk in der Nachmittagssonne vor der Hütte versüßt uns den Tag. 


Am Folgetag gehen wir die verbleibenden 850 Höhenmeter zum Gipfel an. Zuerst fahren wir ein kurzes Stück ab und fellen dann auf. Über eine am Morgen oft noch harte Steilstufe geht es ins ideale Skigelände des Grabenkars. Steile Felswände umgeben uns links und rechts und bald erreichen wir die ersten Sonnenstrahlen. Im Rücken haben wir die Birkkar- und Ödkarspitzen mit dem Schlauchkar. Vielleicht eine Tour für ein andermal! Der obere Teil des Kares steilt nochmal merklich auf und es wird schmaler. Eine gute Spitzkehrentechnik ist hier gefragt! 


Am Ende landen wir auf einem Rücken der uns zuerst zum Gipfelkreuz führt. Dieses steht leicht versetzt unterhalb des Hauptgipfels, um vom Karwendelhaus gesehen zu werden. Nun sind es nur noch ein paar Meter mit angeschnallten Skiern. Kurz vor dem eigentlichen Gipfel schnallen wir diese ab und erreichen in leichter Kletterei den höchsten Punkt. Hier dürfen wir eine sagenhafte Aussicht Richtung Voralpenland und zu den höchsten Karwendelgipfeln genießen. 


Jetzt folgt die Abfahrt und wir lassen es uns im Pulver oder Firn gut gehen. Der untere Teil des Grabenkars ist oft noch etwas härter, weil dort erst spät die Sonne rein kommt. Bis zum Kleinen Ahornboden läuft es super und erst im Johannistal warten ein paar nervige Schiebestrecken auf uns, was aber der tollen Tour keinen Abbruch tut.